Fabians Blog

Neuigkeiten vom Lümmel.

Soziale Netzwerke sind super, regelrecht toll, wenn man sie denn richtig nutzt. Soziale Netzwerke bieten quasi unendliche Möglichkeiten, wenn man sie richtig nutzt. Soziale Netzwerke ermöglichen vieles, Menschen zu finden, Interessen aufrechtzuerhalten, sich weiterzubilden, die Zeit tot zu schlagen. Um diese Wortwiederholung noch einmal zu bringen: Das alles geht, wenn man soziale Netzwerke richtig nutzt.

Soziale Netzwerke können aber auch schnell zum Spiegel einer Gesellschaft werden, die immer hässlicher zu werden scheint. In sozialen Netzwerken können die Schwächen und Stärken der heutigen Formen des Zusammenlebens von Menschen beobachtet, nachvollzogen und aktiv mitverfolgt werden.

Wer Social Media nutzt, kann Teil einer wie auch immer gefärbten oder geformten Netzgemeinde sein, die sich mal gegenseitig liebt, mal gegenseitig hasst. Die mal mehr, mal weniger miteinander, manchmal auch gegeneinander zu tun hat.

In sozialen Netzwerken bilden sich allgemeine Tendenzen des Diskurses ab, im Word Wide Web kommt heute zusammen, was sich vor wenigen Dekaden nie gekannt, vielleicht bekriegt hätte: Menschen.

Und doch fragt man sich, nein ich darf nicht verallgemeinern: Ich frage mich (so ist das besser) unweigerlich, ob soziale Netzwerke nur Vorteile bieten. Wie oben bereits oft genug erwähnt und beängstigend oft wiederholt kommt es immer auf die Nutzung der entsprechenden Seiten an, eine Plattform hängt immer ab von ihrer Nutzerschaft.

Spätestens seit ein paar Wochen scheinen einige ihr Verhalten im sozialen Internet neu zu denken, Elon Musk hat mit seinem Twitterkauf ein Fass zum überlaufen gebracht, um das sich erschreckend viele scheinbar nicht geschert haben, als es sich mehr und mehr füllte.

Momentan wird das Fediverse förmlich überrannt – und das möchte ich hier ausdrücklich positiv konnotieren, obwohl das ein negativ behafteter Begriff ist.

Ja, das Fediverse wird überrannt. Mittlerweile kann ich nicht mehr guten Gewissens sagen, das Neulinge das Fediverse mit einem vorsichtigen #neuhier entdecken. Mittlerweile kann ich nur noch zuschauen, wie eine schiere Masse an Twitternutzerinnen und -nutzern das Fediverse zu ihrer neuen digitalen Heimat machen.

Ich möchte hier nicht falsch verstanden werden, auch wenn es mir ziemlich egal ist, ob das hier irgendjemand in den falschen Hals bekommt. Am liebsten wäre mir, würde das hier gar niemand lesen, jeder seine eigenen Gedanken zum Thema finden und sich dann, das ist besonders wichtig, daran erinnern das er oder sie nicht allein ist!

Am liebsten würde ich ein Maß an Offenheit voraussetzen mit dem das freie und offene Fediverse erlebt werden kann. Aber vielleicht wäre das mal wieder zu naiv:

Anstatt das Fediverse als dezentrales System der sozialen Verbindungen zu begreifen, stürmen die Twitterwechsler, die ich mit offenen Armen willkommen heißen möchte, zu einem beachtlich großen Teil lieber mastodon.social und machen sich, anstatt sich ersteinmal vorzustellen, lieber als erstes Gedanken über ihre Blockliste von Twitter.

Soziale Netzwerke sind verschieden, Mastodon ist kein Drop-in-Replacement für Twitter, und ich kann mir nur wünschen, dass es sich mit der Zeit nicht dazu entwickelt. Ich kann nur hoffen, dass die Twitter-Neulinge ein Teil des Fediverse werden und nicht das Fediverse zu einem billigen Twitterabklatsch ohne Multimilliadär an der Spitze.

In der letzten Zeit habe ich über Friendica einen Beitrag abgesetzt, der vor allem als ein Akt der Verzweiflung zu sehen ist: Warum muss ich, als jemand der sich keinesfalls mit sozialen Netzwerken auskennt, der das Fediverse als erstes soziales Netzwerk begreift, mit dem er wirklich interagiert, anderen eine Plattform verzweifelt vorstellen:

Mein Beitrag handelte nicht ohne Grund davon, dass Neulinge von Twitter ihre scheinbar kollektiv vorhandene und sicherlich nicht zu verallgemeinernde Block-Mentalität ablegen sollten.

Was ist ein soziales Netzwerk, wenn alle „schon bekannten Nasen, die ich auf Twitter geblockt habe“ auf Mastodon und Geschwisterportalen genauso geblockt werden? Eine digitale Wüste!

Das Fediverse bietet, und das ist der ironische Witz an der ganzen Problematik, an der Situation, aus der glaube ich nur ich ein übergroßes Dilemma mache, noch mehr Optionen Leute wegzublocken: Hier kann man sogar ganze Instanzen blocken.

Das wird auch gemacht: Als gab aufgekommen ist, haben es alle sozialen Instanzen kollektiv deföderiert, heute wird man auf Mastodon keine gab-Nutzer, hier brauche ich vielleicht nicht zu gendern, vor die Nase gesetzt bekommen.

Wenn Leute, die von Twitter kommen, sich darüber beschweren, dass Leute von ihrer anscheinend heiß geliebten Blockliste ebenfalls in das Fediverse gewechselt sind, dann ist das für mich ein schlichtweg irrsinniger mentaler Kurzschluss:

Wenn Leute, die eine Person auf Twitter blockiert hat, ebenfalls zu einer dezentralen Alternative wechseln, dann haben sie doch schon eine Sache mit der blockenden Person gemeinsam. Vielleicht sollte man nicht von Anfang an davon ausgehen, dass eine Person sich über Zeit nicht verändert, dass eine Person, die es auf Twitter zu blocken galt, im Fediverse genau die selbe ist.

Grundsätzlich wäre es doch viel sinnvoller, entsprechend der einzelnen Beiträge zu reagieren: Wie wäre es, statt mit einem sofortigen Block, im schlimmsten Fall basierend auf einem Nutzernamen, mit einem kritischen Kommentar.

Statt zu blocken, kann man doch auch argumentieren oder? Wie wäre es, bei dummen Inhalten einen Kommentar zu schreiben und den Hashtag #bittestreiten zu benutzen. Das ist das erste was mir beim Schreiben dieses Textes dazu eingefallen ist, das Prinzip ist jedenfalls das gleiche:

Warum nicht Öffentlichkeit schaffen bei einer Position, der man nicht zustimmen kann?

Sicher, wenn jemand eine andere Person auf persönlicher Ebene diskreditiert, kann ich den Hang zum Blockieren durchaus nachvollziehen – in eineinhalb Jahren Fediverse-Nutzung ist mir aber noch keine Person begegnet, die ich hätte blocken wollen.

Natürlich streite ich mich mal im Fediverse mit anderen, das macht aber Sinn, da es dann um Argumente geht. Wenn ich Beiträge schreibe, dann schreibe ich nicht über mich, dementsprechend eher über Themen.

Wenn eine Person in einer digitalen Diskussion, die sich ganz eindeutig auf ein bestimmtes, sachliches Thema bezieht, unsachlich gegen Personen agiert, ist es klar, dass diejenigen, die beleidigt werden damit reagieren, jemanden zu blockieren. An dieser Stelle möchte ich nur eine öffentliche Frage aufwerfen: Wann war das zuletzt wirklich nötig? Wann war es zuletzt unvermeidbar, ein Profil permanent aus dem persönlichen Sichtfeld zu verbannen, egal ob sich diese Person mit der Zeit wandelt?

PS: Nachdem ich hier mal wieder einigen Frust heruntergeschrieben habe möchte ich mal erklären, wie ich mit Profilen umgehe, die ich nicht in meinem Feed sehen möchte:

Sollte es sich um meinen persönlichen Feed handeln ist die Lage klar, dann brauche ich Leuten, die zu Sachen schreiben, die mich nicht interessieren, schlichtweg nicht zu folgen. Vielleicht ist das aber, für Menschen, die von den proprietären, Vorschlags-Algorithmus-basierten Netzwerken ins Fediverse wechseln, nicht sofort klar – das kann und will ich gerne nachvollziehen.

Für diejenigen, die sich gern im lokalen oder globalen Feed umschauen, bieten die einige Fediverse-Dienste die Möglichkeit, Profile einfach zu ignorieren, sprich nicht anzuzeigen. Dabei ergibt sich ein großer Vorteil: Wer ein Profil ignoriert, verurteilt nicht die Person dahinter, egal ob er will oder muss.

Wer einen Account ignoriert weiß, was ihn interessiert und was nicht. Man muss sich meiner Ansicht nach nicht unbedingt alle Inhalte zu den neuesten Entwicklungen im Fußball anschauen, wenn man sich gar nicht dafür begeistern kann.

Diese Form der Ignoranz scheint mir eine der nettesten überhaupt zu sein.

Das Fediverse lässt sich nicht an einem Abend verstehen, sondern ist ziemlich verstrickt — und genau das macht es aus, genau das ist sein Vorteil. Das Fediverse bietet immer wieder etwas neues, was es zu entdecken gilt, immer wieder einen neuen Dienst, immer wieder eine neue Möglichkeit, mit anderen in Kontakt zu treten, das ist wirklich schön, stellt für mich aber auch ein großes, interessantes Rabbit-Hole dar.

Früher hatte ich mal Accounts bei Twitter, Instagram und Tumblr, mittlerweile habe ich alle gelöscht — meine digitale Privatsphäre hat es mir gedankt. Trotzdem nutze ich im Moment so viel Social Media, wie selten davor, zumindest was Micro- und Macro-Blogging angeht. Allerdings gibt es jetzt einen gravierenden Unterschied für mich: Ich nutze soziale Netzwerke auf einmal gern!

Schon vor einigen Monaten habe ich auf meinem etwas seriöseren Blog einen Text mit dem Titel “Reddit — Demokratie im Internet” veröffentlicht, zu lesen gibt es den hier. Darin habe ich kurz angerissen, wie falsch die Bezeichnung “sozial” für Netzwerke wie Twitter oder Facebook passt. Als ich den Text geschrieben habe, hatte ich zwar schon etwas mit Mastodon zu tun, habe die Plattform damals aber eher verhalten genutzt und von den größeren Zusammenhängen des Fediverse eigentlich keine Ahnung gehabt.

Der Einstieg ins Fediverse kann meiner Meinung nach schwerfallen, wenn man nicht weiß, wem man denn folgen soll: Anfangs folgt man vielleicht dem Admin des genutzten Servers, ein paar Leuten vom Server und das wars. Wenn man aber einmal ein paar Leute gefunden hat, denen man gerne folgt, füllt sich der Feed ziemlich schnell mit Inhalten, die dann umso interessanter sind, weil man sie ja selbst ausgewählt hat — und eben nicht den Vorgaben eines Daueralgorithmus folgt.

In diesem Zusammenhang finde ich es wichtig, sich bewusst zu machen, dass der Algorithmus nicht der Freund des Nutzers ist, der ihn scheinbar besser kennt als er sich selbst. Nein, der Algorithmus ist zugleich das Werkzeug als auch das Produkt der Aktivitäten des Unternehmens hinter dem jeweiligen kommerziellen proprietären “Dienstes”. Damit ist ein solcher Algorithmus eigentlich der Endgegner der digitalen Privatsphäre, verhindert er doch auch, dass die Nutzerin selbst über die angezeigten Inhalte entscheidet.

So betrachtet ist das Fediverse sehr, sehr anders — und das ist gerade in Zeiten wichtig, in denen die digitale Selbstbestimmung ein hohes Gut sein sollte, bei vielen aber ein rares geworden ist. Für mich jedenfalls können so auch die anfänglichen Startprobleme mit der Zeit sehr einfach überwunden werden. Ganz allgemein ist zumindest für mich klar: Das Fediverse hat extrem viel Potenzial, allerdings liegt es an seinen Nutzer:innen, dieses auszuschöpfen.

Wer mich kennt, egal ob gut oder kaum, weiß, dass ich sehr, sehr gerne freie Software nutze — am liebsten natürlich alles, was mit dem GNU/Linux-Betriebssystem zusammenhängt.

Alle, die mit mal mit GNU/Linux angefangen haben, können das Folgende sicher gut nachvollziehen: Distro-Hopping bis zum geht nicht mehr. Was, ich soll eine Distro über mehrere Monate lang verwenden? Ich soll aufhören, immer wieder auf Distrowatch und Konsorten vorbeizuschauen, nur um ein neues Betriebssystem zu finden? Lange Zeit ziemlich undenkbar für mich:

Ich habe gefühlt alles mögliche ausprobiert. Damit ist übrigens auch klar, warum ich zum Beispiel Gentoo nicht ausprobiert habe, das war mir in vielerlei Hinsicht einfach nicht möglich. ;)

Angefangen habe ich mit dem obligatorischen Linux Mint, danach ging es für mich weiter zu Manjaro, immer wieder habe ich auch mal openSUSE ausprobiert und bin mit der Zeit bei Debian gelandet, was ich rückblickend als eine meiner liebsten Distributionen ansehe — sowohl die stabilen, als auch die weniger stabilen Testing- und Sid-Versionen (wobei das bei Sid ja nicht wirklich zutrifft).

Debian ist toll, gerade was die Philosophie angeht: Konsequent, den idealen freier Software und denen der eigenen Gemeinschaft verpflichtet und auch technisch wirklich gut. Debian läuft meistens auch einfach, wenn nicht, dann stehen immer noch die inoffiziellen Firmware-Abbilder bereit, auch wenn die Debian natürlich nicht so repräsentieren, wie es seine Rolle in der Free-Software-Community verlangen würde.

Nichtsdestotrotz ist leider auch Debian nicht ganz perfekt, sodass ich mich wegen eines Problems auch mal anderen Distributionen zugewendet habe: Ich spreche hier von einer unsäglichen Problematik, die scheinbar irgendwo zwischen der Hardware des Laptops, den ich nutze, irgendwelchen Treibern und Firmware-Blobs aber auch den Versionsständen von Pulseaudio, Pipewire und so weiter liegt. Es ist wirklich nicht schön, wenn aus der regulären Debian 11 Veröffentlichung einfach kein Ton kommt und selbst die Firmware rumeiert, wenn ich einmal Kopfhörer, und dann wieder nicht verwende.

Das Problem ist ziemlich merkwürdig, scheint die aktuelle Debian Stable Version aber etwas unglücklicher getroffen zu haben, als andere Distributionen. Ich bin noch nicht ganz sicher, was die genaue Ursache war, aber ich forsche weiter..

Auf meinem erneuten Wandeln durch die Distrolandschaft, die hat in der Zwischenzeit übrigens nie ganz aufgehört, habe ich einige neue Bekanntschaften gemacht, was Distros angeht — ich meine, da kann man wirklich nur zulernen:

Ein älterer Laptop lief beispielsweise einige Monate mit Slackware problemlos durch — wer Zeit mitbringt und Bock hat, was neues zu lernen, kann sich das System gerne mal anschauen, ich jedenfalls kann es zum Lernen nur empfehlen.

Slackware war aber nicht die einzige Distro, die ich in den letzten Monaten installiert habe: Mit dabei waren unter anderem Devuan, openSUSE, Fedora, Arch, Artix — wer weiß, was ich wohl alles vergesse, ich jedenfalls nicht (sonst hätte ich das ja auch nicht vergessen).

Eine Distro stach bei meinen Tests aber dann doch angenehm heraus: Void GNU/Linux — eine Distro, die sich doch eher in der Nische befindet. Das finde ich aber nicht schlimm, sondern viel eher spannend: Void bringt einen eigenen Satz an Paketverwaltungswerkzeugen mit: xbps heißt das Ganze und ist unglaublich schnell, auch wenn es einiges an Einarbeitungszeit braucht, wie gesagt, ich lerne noch. Void hat aber nicht nur einen Paketmanager, sondern auch noch einige andere Merkmale, die es wirklich auszeichnen:

Zum einen ist die Distro wirklich schnell und leichtgewichtig, es gibt hier keinen Bloat oder sowas, als init-System kommt runit zum Einsatz, was mal eine erfrischende Abwechslung ist. Anders als bei anderen KISS-Distros wie etwa Arch ist die Installation von Void wirklich sehr einfach, gerade wenn man das Xfce-Live-Abbild benutzt. Am Anfang hatte ich ein bisschen zu kämpfen mit der Tastaturbelegung und dem Display Manager, das hat sich mit einigen Einstellungen aber schnell gelegt. Genauere Infos finden sich bei meiner Tildeverse-Seite envs.net/~fab, wobei ich das alles in die gemini-Seite geschrieben habe. Dazu kommt hier sicherlich auch bald mal ein Text.

Naja, Void ist jedenfall ziemlich cool und läuft jetzt auf beiden Laptops — und das bisher ziemlich gut. ;)

Immer wieder wird die Dezentralisierung des Fediverse, was die Instanzen angeht, als der große Vorteil hervorgehoben, der er tatsächlich ist. Eines kommt dabei aber, zumindest in meiner Wahrnehmung, etwas zu kurz: Die Dezentralisierung beim Medienschaffen.

Die Dezentralisierung der Serverstruktur ist natürlich ein Vorteil, immerhin überlebt das Fediverse als solches auch, wenn mal eine Mastodon-Instanz ausfällt oder ein PeerTube-Server schließt. Auch die individuelle Regelvergabe und Moderationsstruktur sehe ich als Vorteil des Fediverse gegenüber proprietären, kapitalistischen, zentralistischen Konzern-Netzwerken wie Twitter oder Facebook.

In diesem Beitrag möchte ich aber noch eine weitere Stärke hervorheben: Nur im Fediverse ist es einfach möglich, Micro-, Macro- aber auch klassisches Blogging, Videoveröffentlichungen, Terminplanungen und so viel mehr miteinander zu verbinden.

Während sich einige Dienste wie Twitter auf eine Sache beschränken, in diesem Fall wären das vermutlich kurze Notizen, und dabei andere Medienformate nur eingebunden, also als Randobjekt eingesetzt werden können, und andere Dienste versuchen, alles anzubieten, dabei aber nichts Halbes und nichts Ganzes rauskommt, ist es im Fediverse nahezu selbstverständlich, auch als eine Person viele verschiedene Profile bei unterschiedlichen Plattformen zu betreiben, wenn man das denn möchte.

Jeder Dienst im Fediverse hat somit seine Daseinsberechtigung, kann zur Community beitragen, ist allerdings nicht zwingend vorausgesetzt oder mit anderen Netzwerken verbunden.

Das Blogging hier ist beispielsweise ziemlich ruhig und sehr schlicht — aber keinesfalls schlecht. Doch erst die Anbindung an Fediverse-Teile wie Mastodon macht es möglich, viele soziale Interaktionen zu betreiben. Immerhin sind die Blogs dieser Instanz auch nicht gelistet, also nur aufzufinden, wenn man einen Link hat.

Das ist aber kein Problem, sondern eine Stärke und macht das Schreiben hier mit writefreely ziemlich ungestört und pur. Ich mag das, möchte aber auch mit anderen Fediverse-Teilen und im Großen und Ganzen natürlich auch mit der Community in Kontakt kommen. Dahingehend sind die Verbindungen der verschiedenen Fediverse-Dienste über ein gemeinsames Protokoll einfach unschlagbar. Für mich macht das auch einen Teil dazu bei, warum ich das Fediverse so gern mag und mit der Zeit immer weiter lieben (und leben?) lerne.

Jeden Tag könnte es sein, eine neue Form des dezentralisierten Kontaktes zu finden, die doch mit anderen verbunden und somit nicht einsam ist. Das ist wirklich angenehm.

Nachdem ich im Beitrag “Gedanken zum Fediverse, Teil 1” unter anderem auf die Probleme, die die Länge von Tweets mit sich bringt, möchte ich hier nochmal explizit auf die Stärken des traditionellen Text-Bloggens eingehen. Dazu muss ich aber auch sagen: Ich schreibe in diesem Blog einfach drauf los, direkt im Web-Interface nicht einmal in einem Textverarbeitungsprogramm wie LibreOffice Writer (was für derartige Sachen doch zu empfehlen wäre). Ich mache mir vorher noch nicht einmal Gedanken zur Struktur des Textes, wie ich es bei anderen Texten mache, weil es dort wesentlich mehr Sinn macht — und vielleicht auch nötigt ist.

Dazu muss man verstehen: Hier schreibe ich, wenn ich möchte, ich habe hier kein Ziel, keine Idee, wie der Blog aussehen soll und ich finde, das ist auch gut so. Manchmal tut es gut, der Kreativität des Schreibens einfach freien Lauf zu lassen. Sicherlich ist es, falls diesen Blog tatsächlich jemand lesen sollte, mehr oder weniger offensichtlich, dass ich die Plattform hier gerade erst entdeckt habe, aber auch durchaus begeistert davon bin. Wer mich nicht kennt: Ich schreibe auch den Blog “other society”, der wesentlich strukturierter ist — zumindest aus meiner Perspektive. Ja, auch dort veröffentliche ich unregelmäßiger, als ich mir das wünschen würde. Allerdings schreibe ich dort auch nicht über, das was meine Finger einfach so in die Tastatur hämmern, sondern worüber ich vorher nachgedacht habe — für einen Blog zu Politik und Gesellschaft erscheint mir das als die einzig sinnvolle Option, immerhin soll das ganze auch Gehalt haben, vermutlich wird es auch gelesen, zumindest manchmal, wenn man den Wordpress-Statistiken Glauben schenken darf. Und ich bin Atheist.

Wer das hier liest, ist sozusagen selbst schuld an seinem Elend währenddessen, ich garantieren nicht, dass es hier irgendeinen Mehrwert gibt, wobei ich es auch nicht ausschließe. Manche würden für eine derartige Textesammlung vielleicht die Bezeichnung “persönlicher Blog” vorschlagen — ich möchte aber eigentlich gar nicht persönlich werden, es ist und bleibt ein schmaler Grad zwischen persönlich und privat. Letzteres ist bei der Wirtschaft schlecht, wenn es um persönliche Daten geht aber dann doch nachvollziehbar. Klar ist auch: Kultur sollte (und will?) frei sein, geteilt werden. Daher auch die CreativeCommons-Lizenzen für die Texte hier. Wie gesagt: falls die jemanden interessieren.

Wenn es um CreativeCommons geht, habe ich mir in der Vergangenheit immer Sorgen gemacht: Wenn ich Derivatives erlaube, zum Beispiel mit einer CC-BY- oder CC-BY-SA-Lizenz könnte das ja jemand aus dem Kontext reißen und dann so tun, als sei diese verzerrte Darstellung meine Meinung, immerhin wäre ja eine Namensnennung nötig, meine Meinung. Allerdings denke ich mir dann: Wenn jemand meine Meinung aus dem Kontext reißen möchte, passiert das so oder so, CC-Lizenz hin oder her. Wenn jemand eine Falschdarstellung gegen mich fahren wollen würde, würde ihn oder sie meine Lizenzbestimmung doch nicht daran hindern. Natürlich möchte ich hier niemanden auf solche Ideen bringen — aber wäre es nicht schade, aufgrund solcher Pseudoängste die Aufarbeitung von Werken einzuschränken für diejenigen, die sich im Guten damit auseinandersetzen wollen? Nicht ohne Grund sind die CC-**-ND-Lizenzen keine Free-Culture-Lizenzen. Andererseits sind auch die NC- (also Non-Commercial-) Lizenzen keine Free-Culture-Lizenzen, wenn man der offiziellen CreativeCommons-Definition folgen möchte. Ich jedenfalls würde da wiedersprechen, immerhin bergen gerade nicht-kommerzielle Zusammenhänge großes Potential für Kunst und Kultur, wenn Bilder dann an Kunstsammler:innen für Millionen von Euro oder Dollar verhöckert werden, finde ich das eher unsympathisch. Nichtsdestotrotz würde die Lizenz dagegen womöglich nur theoretisch schützen. Bestes Beispiel sind die zu vermutenden Mengen an GPL-Code in proprietärer Software. Ich kann natürlich nichts beweisen, eine Verletzung des Copylefts durch die Geheimhaltung des proprietären Quellcodes macht das eben unmöglich. Es bleibt also eine vage, aber eben auch nicht derart unwahrscheinliche Vermutung.

Jetzt wollte ich eigentlich mal eine Überleitung finden zum eigentlichen Thema dieses Beitrags. Aber jetzt komme ich doch nicht dazu, weil ich mir gerade in diesem Überleitungssatz wieder eine Gelegenheit zurecht gelegt habe, dank der ich doch noch weiter drumherum schreiben kann: Die Spezifizierung des Titels des Beitrags.

Wenn ich einen Blogeintrag für other society schreibe, ist der Artikel meist eher fertig, als das die Überschrift an Ort und Stelle steht. Wobei fertig auch ein dehnbarer Begriff ist, ich editiere gerne im Nachhinein nochmal, gerade was Formulierungen, Grammatik und Rechtschreibung angeht. Hoffentlich kein Schock, immerhin bleibt der Inhalt erhalten. Generell wäre es mir, vermutlich, lieber, zu einem Text zu stehen und den im Nachhinein zu verteidigen, auch wenn ich mich danach selbst korrigieren oder mit Argumenten “verteidigen” muss. Kommt auch mal vor. Wenn ich also eine Überschrift für einen bereits in irgendeiner Form bestehenden Text festlege, weiß ich natürlich, um was es darin geht. Hier scheint gerade genau das Gegenteil der Fall zu sein — und ich genieße es, wenn ich mal ganz ehrlich bin. Es tut gut, einfach zu schreiben und zu schreiben. Damit nervt man dann auch nicht direkt Leute, hat die Inhalte aber doch irgendwo abgeladen (auch wenn man hier vielleicht ein bisschen oder auch ziemlich stark danach suchen muss). Vielleicht liegt diese einigermaßen offene Textstruktur auch daran, dass ich die Überschrift offen gewählt habe — da lässt sich nun mal viel dazu sagen, schreiben, in die Tasten hauen. Ich habe die Überschrift fast schon wieder vergessen, wenn ich mich richtig erinnere wollte ich eigentlich Gedanken zum klassischen Textbloggen aufschreiben — und in irgendeiner Art und Weise mache ich das ja auch, nur eben nicht als Liste sondern verarbeitet in einen ellenlangen Text, der vielleicht ziemlich willkürlich und unwillkürlich gleichzeitig wirken könnte. Die Betonung liegt hierbei ganz klar auf dem “könnte”, ob ich mir den danach nochmal durchlese, weiß ich nicht wirklich.

Traditionelles Blogging bringt für mich ganz persönlich einen Entscheidenden Vorteil mit sich: Text! Text ist einfach toll, über eine diskrete Art und Weise lässt sich ruhig zusammenfassen, kompliziert zusammenstellen und kreativ anordnen, was man sich zuvor manchmal strukturierter, manchmal weniger strukturiert vorgestellt, ausgedacht, überlegt hat. Text ist und bleibt dabei unaufdringlich und mehr oder weniger neutral. Der Stil des Schreibens beeinflusst hier natürlich stark, der Inhalt kann so erzählt werden, wie man sich das wünscht — eine Möglichkeit, die man bei anderen Medienformen nicht hat: Bilder sind sicherlich einigermaßen beeindruckend, wenn sie richtig gemacht sind, manche finden Bilder zugänglicher. Das ist natürlich nachvollziehbar, immerhin muss man sich nicht hinsetzen, lesen, verstehen, sondern kann auch einen ersten Eindruck haben, wenn man noch keine zehn Sekunden auf das Bild, das Foto, das Gemälde geschaut hat. Allerdings fehlt bei einer Fotografie, eine Gemälde, einer Zeichnung auch ein Stück weit der Kontext, der sich über einen langen Text wunderbar transportieren lässt — über einen überkurzen wie auf Twitter natürlich sehr schlecht, wenn man so gern so viel labert wie ich. Bei einem Video sieht man immer Leute und bildet sich eben nicht nur zum Inhalt, sondern nicht selten auch zu den Protagonisten, selbst wenn die eigentlich nur Vermittler sein sollen, sollten oder wollten, eine Meinung. Die Inhalte bei Audiobeiträgen sind immer an eine Stimme gekoppelt, eine Autoren- oder Vermittlerkopplung, die bei einem Text wesentlich weniger stark ist.

Sicherlich sind ein angenehmer Schreibstil und ein gutes Händchen für die Textstruktur hilfreich, wenn man gelesen werden möchte, oder ein Text populär gemacht werden soll. Und doch ist das nicht nötig. Einige Punkte, die einen Text derartig fantastisch machen, können auch ganz ohne Publikum umgesetzt werden, ganz ohne eine Verbreitung, ganz ohne, dass ein Autor “viral” geht — es ist schlicht und ergreifend nicht zwingend notwendig, um einen Inhalt mit Buchstaben abzubilden.

Sicherlich ist es wirklich schön, wenn man sich mit Leuten über das Thema eines Textes unterhalten kann, deswegen möchte ich ja auch, dass die Texte, die ich schreibe, frei weitergegeben werden können, dürfen und das dann eben auch passiert. Ich verteile meine Texte in der Hinsicht ja auch immer wieder selbst, mal direkter, mal indirekter.

Soviel ersteinmal dazu, das war vermutlich noch lange nicht alles. Wenn mir was neues einfällt, schreibe ich einfach einen neuen Eintrag. So richtig um das Bloggen ging es ja noch nicht. Aber das kommt noch.

We'll be right back.

Nachdem ich mich heute auf Mastodon (@fabianschaar@mastodon.social) schon ziemlich dazu ausgelassen habe, möchte ich dem Thema hier nochmal einen ausführlicheren Eintrag widmen.

Mikroblogging ist die vielleicht beliebteste Form des Bloggings, immerhin ist quasi jeder Twitter-Nutzer ein Mikroblogger. Kleine (und große) Texte schreiben kann jeder, eine schnelle Nachricht in die Welt senden ist auf Twitter so einfach wie nie. Jeder kann auf Twitter und ähnlichen Plattformen gehört werden – zumindest wenn er oder sie gute Argumente hat. Das sollte man meinen. Doch gerade was die Aufmerksamkeitsökonomie angeht, haben Mikrobloggingdienste wie Twitter ein ziemlich großes Problem: Auf 240 Zeichen passen keine Argumente, erst recht keine begründeten. Auf 240 Zeichen passt nur Geschrei, wenn es hoch kommt eine Stammtischparole, die so viel Inhalt hat, wie die Bierdeckel, die dort rumliegen.

Twitter ist schlicht und ergreifend ungeeignet zum Diskutieren. Auf Twitter findet keine Debatte statt, und alle die das Gegenteil behaupten sollten vielleicht mal mitzählen, an wie vielen Shitstorms sie in der Woche teilnehmen. Ein Shitstorm scheint zugleich der höchste Ausdruck an Wut und zugleich die höchste Form der Debatte auf Twitter zu sein. In den Tweets und Threads ist es so eng, dass es auch keinen Spaß macht, dort zu Pseudobloggen – zumindest ist das meine Erfahrung, die ich gesammelt habe, als ich vor der Muskokalypse noch auf der Plattform, die einen Vogel hat, war.

Im Nachhinein bin ich, selbst wenn Musk die Plattform (noch) nicht gekauft hat froh, sie verlassen zu haben. Ich bin froh, nicht mehr Teil eines proprietären Dienstes zu sein, der Daten sammelt und sinnloses Geschrei über einen unangenehmen Algorithmus in meinen Feed und die Trends spült. Das muss nicht sein, wenn es Plattformen wie Mastodon, plume und das Fediverse ganz im Allgemeinen gibt.

Natürlich ist auch das Fediverse nicht frei von den Problemen, die Twitter und Facebook mit sich bringen und mit sich ziehen. Zum Beispiel sind auch die durchschnittlichen 500 Zeichen auf Mastodon sind nicht wirklich ausreichend – und doch sind sie ein Schritt in die richtige Richtung. Nicht zuletzt sind Plattformen ohne Großkonzerne und Populismusalgorithmen denen mit immer einen, wenn nicht hunderte von Schritten voraus.

Das Fediverse bietet die Chance, soziale Medien tatsächlich für soziale Dinge zu nutzen. Damit meine ich, das es an den Nutzer:innen von Mastodon und Konsorten liegt, die Plattformen nicht verkommen zu lassen, zu Orten, an denen wie auf Twitter auch rechte Hetze, Aufmerksamkeitshascherei und Pseudoaktivismus vorherrschen.

Ich verstehe nicht, wie sich über die Zeit ein derartig gravierendes Missverständnis herausbilden konnte, dass das toxische Umfeld auf Twitter und die selbstdarstellerischen Narzissten auf Instagram und nicht zuletzt die Ewiggestrigen auf Facebook zu einem Synonym für “soziale Netzwerke” werden konnte – obwohl diese Dienste, die ihre angeblichen Nutzer zu Produkten für ihre eigentlichen Kunden aus der Werbeindustrie machen nichts mit diesem wichtigen Adjektiv zu tun haben.

Die Bildkultur und das Mikroblogging sind vermutlich nur Symptome für dieses Dilemma: Wer Facebook sozial nennt, hat den Schuss nicht gehört. Wer Mikroblogging als Teil der Blogosphäre sieht, muss sich auf eine Diskussion mit mir einstellen, die eben nicht auf knapp 250 ZmL passt.

Blogging ist natürlich eine persönliche Sache, die alle so definieren können sollten, wie sie das denn wollen. Genau das ist ja auch wichtig, um die Vielfalt der Blogosphäre sicherzustellen. Die Frage ist nur, ob sich das ganze nicht vielleicht doch auf einen gewissen Punkt herunterbrechen lassen sollte:

Das Wort “Blog” ist ein Kofferwort aus Web und Log. So weit, so gut. Ein Mikroblog hat aber weder etwas mit dem einen, noch mit dem anderen zu tun.

Wenn ich über ein Logbuch nachdenke, stelle ich mir einen Seefahrer vor, der über seine Seefahrten Protokoll führt um zu dokumentieren, was eben später auch mal wichtig sein könnte. Sollte das nicht auch noch Jahre später zugänglich sein? Wäre es nicht besser, wenn das was wichtig ist, in dem Kontext, in dem es wichtig ist, archiviert wird und nicht ohne Kontext in einer Timeline versauert??

Wäre es nicht sinnvoll, wenn etwas, das ein Kernbestandteil des sowohl heutigen als auch vergangenen Webs ist beziehungsweise war, darin zu finden ist und nicht von einer großen Firma kontrolliert wird, die die Textschnipsel nach belieben in einem übergroßen Zettelkasten verwalten und somit auch löschen kann?

Wollen wir die Blogosphäre lieber selbst in der Hand haben und über das Fediverse zumindest einen Teil der nötigen Kontrolle erlangen oder wollen wir Twitter mit Musk und Facebook mit Zuckerberg vertrauen. Anders gesagt: wollen wir Firmen vertrauen, denen wir eigentlich nicht vertrauen sollten?

Das Fediverse ist an allen wichtigen Enden offen, kann mit einander interagieren und trotzdem privat sein, wenn es privat sein muss, nämlich genau dann, wenn es um Nutzer:innen-Daten geht.

Noch viel wichtiger: Das Fediverse ist an allen Enden, allen Verbindungsstücken und Knotenpunkten frei, die AGPL ist die scheinbar verbreitetste Fediverse-Lizenz und stellt sicher, das genau das eben auch frei bleibt.

Die Geschichte des Fediverse ist geprägt von Servern die neu aufgesetzt wurden und Servern, die von der Bildfläche verschwunden sind, und trotzdem ist es immer noch da: Weil es möglich ist. Weil der Code frei ist.

Gerade in Zeiten des Web 2.0 ist es meiner Meinung nach wichtig, das öffentliche Kontrolle dieses Raumes mit gesellschaftspolitischer Bedeutung gegeben ist – und die kann nur über freie Software gegeben sein.

Ich bin wirklich froh, dass es das Fediverse gibt. Für Leute, die lieber vom Schreibtisch aus aktiv werden, die es vorziehen sich Dinge erstmal zu überlegen, bevor sie sie rausposaunen, ist das wichtig.

Dabei ist es übrigens auch nicht entscheidend, ob man sofort in Massen gehört wird. Mir zumindest geht es beim Blogging auch darum, die eigenen Gedanken in einen Text zu bringen: Das ordnet, stärkt die Argumente. Und genau diese sollten doch gerade heute so entscheidend wichtig sein, nicht wahr?

Hier kann nichts für die SEO “optimiert” werden, wie es bei anderen Diensten Gang und Gäbe ist. Ich möchte auch gar nichts für die SEO optimieren! Lieber werde ich nicht gefunden und gebe meine Argumente in einer direkte Diskussion weiter, als dass ich sie in eine Form quetsche, mit der ich mich nicht wohlfühle. Politische Diskussionen sollten nicht dem Kommerz dienen, sondern der Debatte selbst.

Ist es eigentlich sinnvoll, bei verschiedenen Teilen des Fediverse Profile anzulegen? Ich weiß es nicht, vermute es aber. Hier kann ich so lange schreiben, wie ich es für richtig halte, auf Mastodon kann ich das genauso wenig wie auf Twitter. Hier kann ich dafür nicht in der Form mit Leuten in Kontakt kommen, wie das auf Mastodon vielleicht möglich wäre. Und auf Mastodon kann ich keine Podcasts und Videos teilen, wie es auf PeerTube möglich ist.

All diese Fediverse-Teile haben ihre Daseinsberechtigung. Davon aber übrigens viel mehr als proprietäre “Angebote” wie Facebook oder Twitter. Bevor ich vom Fediverse gehört habe, habe ich Tumblr immer dafür bewundert, wie gut verschiedene Medienformate auf einer Plattform gebündelt verteilt werden können. Seit ich vom Fediverse gehört habe, bin ich von der Idee überzeugt, gerade weil ich die Prinzipien freier Software derartig gut finde.

Früher war ich auf Instagram und Twitter. Ich habe beide Accounts gelöscht. Und ich finde, das war eine wirklich, wirklich gute Entscheidung. Wer gegen das Fediverse argumentiert, weil da ja so wenige Leute sind, der sollte sich vielleicht doch einmal fragen, warum er auf Twitter, Instagram, Facebook sein möchte, mit denen, die dort ihre Shitstorms fahren, schlechte Memes und Werbepostings hochladen. Das Fediverse würde natürlich leer bleiben, wenn diese Leute sich stur dagegenstellen. Aber Stand heute ist es das keineswegs: Im Fediverse trifft man immer wieder interessante Leute und das in einer Umgebung, die ich auch als soziales Netzwerk anerkennen kann.

Was soll das?

Ja, ich bin neu hier. Nicht im Fediverse, wohl aber bei writefreely. Blogging ist und bleibt eine der schönsten Tätigkeiten, die das Internet und das Web zu bieten haben: Nur beim Blogging gibt es die Möglichkeit, sich mit einem längeren Text umfassend mit einer Thematik zu beschäftigen, diese mit anderen zu teilen und auch für später aufzubewahren.

Während Bilddienste wie Instagram oftmals zur Selbstdarstellungsplattform werden und Mikrobloggingdienste wie Twitter Debatten so lange versimplifizieren, bis sie vollkommen entstellt, bis sie nicht mehr wiederzuerkennen zu Shitstorms werden.

Blogging ist und bleibt toll — gerade im Fediverse. Plattformen wie diese scheinen das zu bieten, was ich mir als Fediverse-Nutzer schon lange gewünscht habe: Endlich Blogging, mit simplen mitteln in einem Umfeld freier Software und ohne große, bösartige Konzerne dahinter.

Ich hoffe, dass dieser Blog lange besteht und sich zu einer meiner Anlaufstellen im Fediverse erwachsen kann, neben Mastodon. Ich bin mir allerdings noch nicht ganz sicher, wie ich das Ganze weiterführen und handhaben möchte: Sollte ich auf deutsch oder auf englisch bloggen? Sollte ich ein Thema für diesen Blog festlegen? Sollte ich einfach irgendwann Mal das runterschreiben, was ich irgendwann runterschreiben möchte? Mit oder ohne Zeitplan?

Fragen über Fragen, die sich vermutlich nur über die Zeit klären lassen. Ich freue mich drauf.